Ben Wittorf

Update der Webseite

Es waren einmal zahlreiche Versuche von mir mit diversen eigenen Webseiten, wie ein Coaching-orientiertes BENWF oder ein Web3-stilisiertes Hypercube/One. Sie sind trotz fantastischer Besucherzahlen nur nicht so zielführend für mich gewesen, wie ich es gerne gehabt hätte.

Das lag allerdings an mir: Was zwischen meinen Ohren passiert ist, über was auch immer Wundervolles ich mit anderen Menschen gesprochen habe, und was mich selbst bewegt hat und wo ich hin will — woher hätte es denn jemand wirklich wissen können, wenn ich das nicht auch mit der Welt teile? Und wo wäre ich da selbst in der Verantwortung gewesen?

Aber dieser Eintrag ist nicht die Geschichte von diesen Erkenntnissen1, sondern davon, was jetzt hier anders ist. Nun denn.

Was anders ist

Das Offensichtliche zuerst: Ich habe mir viel Zeit besonders für die optische Neugestaltung genommen, mit dem für meinen Geschmack her besten Resultat aller Designs, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Ich strebe eine gewisse zeitlose Eleganz an, die mich vor allem selbst davon abhalten soll, mehr am Schein als am Sein zu arbeiten.

Dafür habe ich mich besonders von minimalistischen Aspekten leiten lassen, wie von der Zurückhaltung und Präsentation von Inhalten in der Gestaltungssprache von Museen. Das Design ist dabei auch eine Art von Rückbesinnung auf klassische Printmedien, von denen ich viele Elemente an die Ansprüche vom aktuellen Bildschirmkonsum modernisiert wissen wollte.

Inhaltlich habe ich mir monatelang genau überlegt, was mir am wichtigsten ist und wofür ich meine wenige Zeit auf diesem Planeten aufwenden möchte; was ich davon umgesetzt wissen will. Daher habe ich mich auch aus Verantwortung mir selbst gegenüber bewusst dafür entschieden, unter meinem Namen2 aufzutreten und entsprechend darzustellen.

Konkret bedeutet das, dass ich diverse Projekte nicht weiter verfolge und mich stattdessen auf einige ganz wenige konzentriere. Ich habe meine digitalen Artefakte von dieser Webseite entfernt, damit ich mich an dieser Stelle nunmehr auf Inhalte konzentriere. Dazu auch gleich mehr.

Digitale Artefakte, die dennoch auf meinem Weg entstehen, sowie Fotos von frei zugänglichen Orten, veröffentliche nach wie vor bei Instagram, wo du auch viele meiner bisherigen Reihen findest, wie kulturell wichtige Werke wie die „Toilettentüren“ oder meine Experimente im maschinellen Lernen mit „(No) Horizons“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3).3

Was nun da ist

Vor allem habe ich in den letzten Monaten gelernt, dass ich es mir selbst unnötig schwer mit einer „falschen“ Art von Diplomatie gemacht habe.

Ein Blick auf die aktuellen Blog-Einträge hat es vielleicht schon angekündigt: Ich bin diese ganze Weltuntergangsstimmung inzwischen leid, während ich es genauso wichtig finde, auch nach außen gegenüber mir unbekannten Menschen in wichtigen Punkten, die für mich den Ausgang meiner Strategie darstellen, klar Position zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen, wo es mir möglich ist.

Deshalb arbeite ich gerade an einer Art Manifest, indem die mir wichtigsten Punkte bereits zu finden sind; ich habe in der Übersicht zur Zusammenarbeit mit mir klar den Kontext umrissen, in dem ich es tue, und genauso finden sich im aktualisierten Impressum diverse Klarstellungen zu dieser Webseite.

Inhaltlich werde ich mich dem im Blog auch mehr nähern, und dabei gleichzeitig weg von klassischen Artikeln wieder experimentierfreudiger und schräger werden und veröffentlichen. Das betone ich durch Benutzen des Wortes „Blogs“. Meine besten Inhalte entstehen ohnehin in Gesprächen und in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen.

tl;dr

  • Klimapositivität aller meiner Aktivitäten: Neutral ist für mich inzwischen ein in nicht nur diesem Bereich schäbiger Platzhalter für „an mir soll es nicht liegen, aber einen wirklichen Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen will ich auch nicht“.
  • Deshalb: Nur gemeinsam bekommen wir die Welt verändert, und das allein „der Politik“ zu überlassen, ist kein Ansatz. Kollaborationen und wertebasierte Wirtschaft für eine bessere Welt!
  • Alle meine Inhalte sind freie kulturelle Werke, weil es mir wichtiger ist, dass sie, wie auch immer, Menschen erreichen, als dass ich mich einer Idee, die sowieso nicht meine ist, oder eines „Produktes“, das eigentlich das Ergebnis meines sozialen Umfeldes ist, beraubt sehe.

Technische Details, bitte

Programmieren ist mir eines der nützlichsten und auch gerne benutzten Werkzeuge in meinem Repertoire, und eine großartige Möglichkeit, dass ich mich in Details ausleben kann.

Ein paar Highlights, woran ich besonders viel Freude hatte, da aus der Kategorie „klingt trivial, ist es aber nicht“:

Die meisten Suchen auf Webseiten, und ganz besonders in Blogs, sind mies. Oft wird deshalb auf Google weitergeleitet, oder es werden die ganzen Beiträge oder nur der Titel von Ergebnissen eingeblendet. Das kann ich besser, und präsentiere die Suchbegriffe in ihrem jeweiligen Kontext.

Meine Entwicklung von Inhalten, das Aufgreifen von Ideen, aber auch das Verfolgen von roten Fäden durch meine Einträge habe ich durch die Funktion „Folgeeinträge“ ermöglicht: Wenn ich in einem zukünftigen Eintrag auf einen bestehenden Eintrag verlinke, wird das in dem bestehenden unter ihm angezeigt.

Auch aus der Sache mit den Metriken habe ich gelernt: Die Einträge, die ich gut finde, sind nicht immer (okay, eher selten) die Einträge, die zumindest den Zahlen nach bei Leser:innen ankommen. Und welche das sind, halte ich nun transparent nach.

Und sonst

Auch wenn ich noch keine als solche erkennbaren Einträge rund um Metamodernismus bisher veröffentlicht habe, passiert vieles bei mir seit Monaten im Kontext davon. Diese „Nichtsichtbarkeit“ wird sich endlich bald ändern — aktuell vertiefe ich noch meinen Wissenstand, arbeite dafür besonders an meiner Persönlichkeit und tausche mich darüber hinaus mit Gleichgesinnten aus.

Dabei nehme ich gerne freudig vorweg: Es gibt mehr Menschen wie mich, die sich ähnlich in der Welt und sie selbst sehen. Und dass es nur an mir lag, nicht durch Veröffentlichungen unter meinen Namen, hier an dieser Stelle, aktiv nach ihnen zu suchen. Ich empfinde es mit vielen Entwicklungen in der Welt als dringend, sie öffentlich zu kommunizieren und dadurch mehr zu bewegen.

Außerdem werde ich mehr von meinem fachlichen und beruflichen Wissen ganz konkret in Einträgen formulieren und so Werkzeuge für möglichst viele Menschen anbieten. Ich vergesse viel zu oft und zu gerne, dass meine Andeutungen und Hinweise nur mir offensichtlich sind und so als qualitative Ausgangspunkte dienen.

Natürlich gibt es weiterhin meine Unbürozeiten! Schau gerne vorbei, und sag mir, was du vom Relaunch hältst, oder schreib mir gerne eine E-Mail.


Schön, dass du hier bist!


  1. Sagen wir einfach, dass ich die meisten Erkenntnisse, die ich in über 25 Jahren gesammelt habe, endlich an einer — dieser — Stelle konzentriert strukturiert zusammen fasse und als Ausgangspunkt für alles andere nutzen werde, und viele bestimmt zu Einträgen werden. 
  2. Das ändern der Domain hat mich über 99 % der Besucher:innen gekostet. Vielleicht ist das auch ganz gut so, so kann ich viele alte Zöpfe abschneiden und eine Art von Neustart in Gang bringen. 
  3. Ein Bild sagt vielleicht mehr als tausend Worte, allerdings muss es dafür auch angesehen werden: Realität ist, dass alle visuellen Artefakte wie Fotos oder Kunstwerke auf meinen Webseiten nahezu keine „Reichweite“ hatten. Nicht, dass mir das so wichtig ist, wie es klingen mag, allerdings hat es mich in gleich noch erwähnten Entscheidungen bekräftigt.