Ben Wittorf

13 Regeln zum Bloggen

Bisher habe ich diese Webseite ein wenig wie ein Atelier gepflegt.

Ein paar Werke fürs Bücherregal, viele Briefe an mein früheres Ich! Wie Betriebsanleitungen. Ein paar Kunstwerke für die Wand, viele für den Kopf! Mit einem Brett davor. Viele Skizzen und viele tolle Ideen! Wie ein leeres Malbuch. Und das Sammeln dieser Artefakte hat 17 Jahre lang funktioniert. Technisch.

Okay, kein Atelier. Mehr wie dieses eine Arbeitszimmer, in das du als Kind nicht durftest, und es dich als Erwachsener nicht aufgrund von Ehrfurcht, sondern eher durch den muffigen Geruch umgehauen hat. Die Idee eines Ateliers an sich gefällt mir allerdings schon: laut denken.

Und damit dasselbe wie vorher nicht noch mal passiert und dazu meinem Anspruch eines Notizbuchs gerecht werde, mit der Idee, dass eigentlich Artikel Your Second Brain sind, habe ich mir ein paar Regeln abgeschaut einfallen lassen, die ich als Anleitung nutze, um weg vom Stock im Arsch zu kommen und meine Reibung zu minimieren:

  1. Drei Artikel die Woche, mehr oder weniger.
  2. Nur eine Idee pro Artikel: Keine Fußnoten, keine verschachtelten Sätze, keine Abschweifungen, Ergänzungen, Relativierungen, all das — im Zweifel mache ich einen neuen Artikel daraus und beende den aktuellen mit „Nun denn“.
  3. Wenn ich anfange, an einem Satz herumzubasteln, ihn umzuschreiben, was auch immer, dann lösche ich ihn.
  4. Aufhören, recht haben zu wollen und mehr versuchen, richtig zu liegen.
  5. Aufhören zu versuchen, mit dem jedem Artikel etwas Neues sagen zu wollen; eher das Gegenteil: Wiederholungen, Wiederholungen, Wiederholungen.
  6. Aufhören zu versuchen, etwas Interessantes / Wichtiges / Zeitloses zu schreiben: Was gerade im Kopf ist, will raus.
  7. Es sollte trotzdem für ein breites Publikum funktionieren — nicht versuchen, clever zu sein.
  8. Nicht darauf abzielen, zu verlinken oder zu zitieren — wenn ich mit einer eigenen Aussage anfangen kann oder ich etwas zu sagen habe, fein, sonst nein.
  9. Wenn es zu lange dauert, lasse ich es.
  10. Wenn es sich wie eine Pflicht anfühlt, dann nicht.
  11. Titel sollten das „was“ und das „wie“ des Inhaltes beschreiben.
  12. Wenn ich eine Idee für einen Artikel habe, egal wann und wo, mache ich mir eine Notiz, sofort, sonst geht sie ins Gedächtnisloch.
  13. Zeit fürs Schreiben muss ich mir frei machen.

Nun denn, erneut.