Ben Wittorf

Aus einer Zeit zwischen den Welten

Optimismus ist eine Strategie für eine bessere Zukunft

Es gibt einen strategischen Grund, optimistisch zu sein. Optimismus hilft uns bereits beim ersten Schritt einer Strategie: sich die Zukunft vorzustellen.

Optimismus ermöglicht es uns dabei, uns auf eine bestimmte Art von Zukunft zu konzentrieren — ein Win-win-Spiel, bei dem nicht nur wir gewinnen, sondern auch die Menschen um uns herum.

Und wenn wir uns nicht auf ein Win-win-Spiel konzentrieren, konzentrieren wir uns auf ein Nullsummenspiel; auf den Konflikt und auf den Wettbewerb. Wir konzentrieren uns auf Spiele, bei denen wir gewinnen und verlieren, nur um zu gewinnen, was andere verlieren.

Nullsummenspiele sind notwendig und wesentlich für eine gute Strategie. Nur sind sie in der Regel nicht der Kern einer Strategie, und wenn sie es sind, ist es eine schlechte Strategie.

Die besten Strategien haben ein Win-win-Spiel als Endspiel; ein Endspiel, bei dem alle gewinnen. Und von diesem Endspiel aus können wir rückwärts zu den Nullsummenspielen denken, zu den Konflikten, Wettbewerben und Auseinandersetzungen, die wir austragen müssen, damit unser Win-win-Spiel existieren kann.

Konflikte werden aus einem bestimmten Grund ausgetragen: Wir kämpfen für Menschen, für Orte und für Ideen, weil sie das Funktionieren eines Win-win-Spiels erst ermöglichen. Wir kämpfen gegen Nullsummenspiele, um ein Win-win-Spiel zu erreichen. Wir kämpfen gegen Konflikte an sich, um zu unserem Endspiel zu gelangen.

Nullsummenspiele sind Wegpunkte, was bedeutet, dass wir sie nicht alle austragen müssen. Strategisch gesehen können wir es uns aussuchen, und wenn wir von unserem Endspiel aus rückwärts denken, sind Nullsummenspiele strategisch weniger wichtig als Win-win-Spiele.

Wenn wir hingegen ein Nullsummenspiel in den Mittelpunkt unserer Strategie stellen, können wir es uns nicht mehr aussuchen: Wir müssen es spielen, weil es dann unser Endspiel ist. Allerdings sollte das nicht unser Ziel sein, sondern, dass unser Endspiel eben ein Win-win-Spiel ist.

Das ist, was uns Optimismus vermitteln kann: Optimismus sorgt dafür, dass wir uns auf das Win-win-Spiel konzentrieren. Optimismus lässt Nullsummenspiele in den Hintergrund treten. Optimismus hilft uns, eine gute Strategie zu entwickeln.

Im Optimismus steckt eine Menge strategischer Kraft, weshalb so viele strategisch denkende Menschen ihn als Grundlage begreifen. Optimismus hält unsere Strategie auf das Endspiel ausgerichtet.

Und auf lange Sicht gestalten Optimist:innen die Zukunft. Sei eine:r von ihnen.

Ein paar Möglichkeiten, warum deine Inhalte nicht ankommen

Du liegst falsch.

Sie liegen auch richtig.

Sie liegen richtig.

Sie wissen es besser.

Es ist nicht klar, was das Problem überhaupt ist.

Es ist nicht klar, was genau das Problem ist.

Es ist aus ihrer Sicht kein Problem.

Es löst aus ihrer Sicht kein Problem.

Du hast keinen Auftrag.

Du adressierst nicht die richtigen.

Es interessiert sie nicht.

Es spielt für sie keine Rolle.

Du argumentierst gegen sie.

Du argumentierst gegen ihre Gefühle.

Du argumentierst nicht in ihrem Interesse.

Sie sehen für sich keinen Gewinn darin.

Sie schätzen mehr, wie die Nachricht überbracht wird, als den Inhalt davon.

Sie schätzen die, die die Nachricht überbringen, mehr, als den Inhalt davon.


Sehr wahrscheinlich liegt es nicht so sehr an deinen Inhalten selbst, dass sie nicht ankommen, sondern daran, dass du mit Menschen zu tun hast. Die Frage für dich dabei ist, ob du auch nur recht haben willst und auf dein „was“ beharrst, oder nicht lieber richtig liegen möchtest, damit du dein „wie“ ändern kannst.

(K)eine Goldene Regel für dich

„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“ ist ein in praktisch allen Kulturen und Weltanschauungen bekannter Grundsatz von angewandter Ethik. Er wird daher auch als ethischer Minimalkonsens angenommen: die Goldene Regel.

Trotzdem scheint ein Blick in die Welt zu vermitteln, dass diese Goldene Regel nicht funktioniert, oder sich zumindest selten daran gehalten wird. Aber warum, wenn doch alle etwas davon haben würden, und selbst wenn vielleicht nur egoistisch motiviert?


Ich erinnere mich an einen Urlaub in der arabischen Welt, in dem mir jemand irgendwann schließlich sagte, „leben und leben lassen, nicht?“

„Leben und leben lassen.“ Das ist auch so schön gesagt, hat eine gewisse Eleganz, und klingt zumindest so, als würden Menschen, wenn schon die Goldene Regel nicht befolgt würde, einander wenigstens nicht behelligen und ihr Ding machen lassen. Sie benötigt deutlich weniger Energie in der Umsetzung, was ihre Umsetzung eigentlich begünstigen sollte.

Eigentlich. Trotzdem scheint auch hier ein Blick in die Welt zu zeigen, dass sich auch eher nicht daran gehalten wird. Und dass im Diskurs darüber vielleicht sogar Doppelstandards mitschwingen.


Natürlich wäre es leicht zu sagen und sich damit zufrieden zu geben, dass diese Goldenen Regeln an der Realität anderer Menschen scheitern, selbstverständlich aus Sicht aller anderen Menschen. Dass uns halt besonders die Beispiele auffallen, die diesen Regeln zuwiderlaufen, und wir nunmal dazu neigen, diese überrepräsentativ wahrzunehmen. Und, wenn wir uns gelegentlich gegenseitig nur an diese Regeln erinnern, wir alle schließlich zu dem Ergebnis kommen, dass das doch nur in unser aller Interesse sei, weil doch nunmal jeder davon etwas hat, und sie dann doch gelten und funktionieren.

Da gibt es nur ein Problem — etwas, dass die meisten Menschen lange hinter sich gelassen haben, ihnen zum Glück zuwiderläuft, und es sie deshalb auf fast zynische Art und Weise nicht mehr glauben und damit umgehen lässt, dass einige Menschen eine ganz andere Goldene Regel haben und diese in nicht mehr nachvollziehbarer Konsequenz und nicht verhandelbar befolgen:

„Jeder bekommt das, was sie verdienen.“

In etwa wie: „Wenn jemand arm ist, dann haben sie es wohl verdient. Wenn jemand reich ist, dann haben sie es wohl verdient. Mir geht es gut, also habe ich das verdient. Jemand ist krank, also haben sie es verdient. Wenn jemand unter meinem Erfolg zu leiden hat, verdient. Unter dem Erfolg anderer? Unter dem Misserfolg anderer? Verdient, verdient. Ihre Verantwortung. Nur, wer an sich denkt, kann bekommen, was sie verdienen. Und alles andere ist deshalb nicht mein Problem.“

Dabei ist es nicht so, als würden nur privilegierte Menschen dieser Art von tribalistischem Denken folgen. Oder dass diese Menschen schlicht nicht über notwendige intellektuelle Kapazitäten verfügen würden, oder nicht rational seien. Das wäre ein Fehler, das zu glauben, und aus ihrer Sicht, in ihrer Situation und unmittelbar sind sie perfekt rational.

Und da alle Menschen nur minimal bessere Status-Affen sind, und darüber hinaus dazu neigen, danach zu handeln, wo sie sich gerne sehen, statt danach, wo sie tatsächlich sind, führt das mit dem damit einhergehenden Anspruchsdenken bei einer hinreichend großen kritischen Masse zu Problemen für uns alle.

Etwas verkürzt an dieser Stelle und überlappend mit einem anderen Thema: In einer durch und durch globalisierten und immer komplexer werdenden Welt, mit immer weniger nachzuvollziehenden Ursachen und Wirkungen, verstärkt sich dieses äußerst reaktionäre Verhalten auch noch. „Wir gegen sie“ ist dafür der einfachste Weg und Intoleranz die Konsequenz. Und das ist vielen Demagogen bewusst.

Empathie ist für die meisten Menschen ohnehin schon schwer genug, und dabei die Grundvoraussetzung für jede Art von Goldener Regel, von der alle profitieren können. Und ob wir es glauben wollen oder nicht: Für Menschen, die dieser jeder-gegen-jeden-Regel folgen, ist ein nicht-tribalistisches Wir nicht nachvollziehbar; es ist ein nicht vermittelbares Konzept, weil es sich ihrem Vorstellungsvermögen vollständig entzieht und dazu ihre eben nicht so Goldene Regel aus ihrer Sicht immer selbsterfüllend ist. Von Problemen, wie dem damit meist einhergehenden Politik- und Rechtsverständnis, ganz zu schweigen.

Die Hölle sind andere Menschen, weil wir in gewissem Sinne für immer in ihnen gefangen sind, abhängig von ihrem Verständnis von sich selbst.


Nun habe ich allerdings auch keinen Bock auf diesen Pessimismus, dass alle Menschen scheiße seien und es sich daher nicht lohnen würde, sich selbst Mühe zu geben. Und da ich auch mit anderen Menschen zu tun habe, selbst in einem gesunden Sinne an Eigenverantwortung appelliere und zu leben versuche: Wir können auch mit „solchen“ Menschen umgehen und gemeinschaftlich in dieser Welt leben, während wir dabei unseren Teil dazu beitragen, dass sie ein besserer Ort wird. Dass wir trotzdem vertrauensvoll miteinander umgehen können — vielleicht nicht absolut, aber eben deutlich öfter als eben nicht, und so eine Goldene Regel funktionieren kann.

Mein Vorschlag für diese Goldene Regel ist „gewinnen und gewinnen helfen“. Und um sie praktisch umzusetzen: Fang auf freundliche und aufgeschlossene Art und Weise an. Wenn es ein paar Missverständnisse gibt, sei nachsichtig. Und dann ist „wie du mir, so ich dir“ im besten Sinne positiv verstärkt wie auch angemessen negativ Grenzen setzend vollkommen angebracht. Langfristig ist das eine Strategie, von der du selbst und wir alle tatsächlich profitieren.

Denn unser Problem sollte nicht sein, dass wir über das Verhalten von Empathie-befreiten Menschen das Vertrauen in Menschen an sich verlieren, sondern das Anerkennen der Lösung, dass wir uns aktiv bemühen müssen, unsere Umwelt so zu gestalten, dass sie Vertrauen fördert. Wir sind unsere gegenseitige Umwelt, und aus der sehr kurzfristigen Sicht von jeder-gegen-jeden-Menschen bestimmt das Spiel die Spieler:innen. Allerdings sind es langfristig alle Menschen, die das Spiel bestimmen.

Es stimmt: Du musst dich unbedingt um dich selbst kümmern, das ist wichtig. Denn wenn du das nicht tust, kannst du anderen nicht helfen zu gewinnen. Und dann tu das auch.


Neues Projekt: „Gewinnen und gewinnen helfen“

Leben und leben lassen? Nein: Gewinnen und gewinnen helfen.

Du musst dich unbedingt um dich selbst kümmern, das ist wichtig, denn wenn du das nicht tust, kannst du anderen nicht helfen zu gewinnen. Aber tu das auch.

Balaji S. Srinivasan

Für einen Artikel musste/wollte ich auf eine englischsprachige Webseite verlinken – aber warum nicht eine kleine Webseite selbst daraus als Pausenprojekt dazu machen, damit’s die Erinnerung auch auf Deutsch gibt!

Ein kleiner Kommunikationsleitfaden für Instagram und Facebook

Direkt zum Leitfaden →

In der Geschichte der ÜBERSCHRIFTEN hatte ich es erwähnt: Sich in Social Media mit etwas zu präsentieren, bedeutet früher oder später, einem Kommunikationsleitfaden zu folgen — oder frustriert das Handtuch zu schmeißen. Mein Ansatz für eher kopflastige Menschen.

Er gilt besonders für Instagram und Facebook und für die zu erwartenden Kommentare sowie den Umgang damit zu Themen, die diverse kognitive Dissonanzen nicht nur inhaltlich ansprechen, sondern bei Empfänger:innen mitunter hervorrufen.

Wenn deine Sorge also ist, dass jemand dein Rezept für Mondlichtkuchen nicht mag oder die unsichtbare Pyramide um dein Geschäftsmodell herum wahrnimmt, dann wird dir mein Kommunikationsleitfaden nicht helfen. Wenn du „Influencer“ für ein anderes Wort für „narzisstisch veranlagtes Werbemodel“ hältst und dazu etwas Selbsterschaffenes kommunizierst, dann wahrscheinlich schon.

Ein paar Beobachtungen vorab. Okay, offensichtlich auch Bewertungen:

  • Wenn Uneindeutigkeit im Kommentar nicht zumindest angedeutet wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass er schwarz-weiß erdacht ist. Oft wird entweder ganz zugestimmt oder gar nicht — Inhalte „müssen“ für alle gelten, jede persönlich beobachtete Ausnahme oder ein anders gesetzter Kontext widerspricht dem.1
  • Wenn Inhalte also Grauschattierungen beinhalten oder gar betonen, sind sie nicht mehr massentauglich. Und mit Masse meine ich einen beträchtlichen Teil der Menschen, die dir von sich aus folgen, trotz der bekannten Themen.
  • Wenn Inhalte eine emotionale Reaktion — aus welchen Gründen auch immer — hervorrufen und diese dabei gleichzeitig relativieren, wirst du einen sich spontan organisierenden wütenden Mob erschaffen.
  • Das Wort „Arbeit“ ruft zu einem Klassenkampf auf. Gegen dich, unabhängig deiner politischen Ausrichtung, und selbst wenn du dich auf das grundlegende Konzept von Persönlichkeitsentwicklung beziehst. (Außerdem: Siehe Mob.)
  • Wenn du das Wort „Leistung“ benutzt, bist du Neoliberalist:in. (Siehe „Arbeit“.)
  • In einer Ableitung: Es gibt keinen Text, der nicht falsch verstanden werden kann. Oder wird.
  • Offensichtlich scheint eine beträchtliche Anzahl von Menschen ohne irgendeine Art von Gegenleistung zu arbeiten, zumindest lässt die Reaktion auf mühsam erstellte Produkte das vermuten.
  • Du könntest sprichwörtlich das Internet erfunden haben, und trotzdem würde dir die Expertise abgesprochen.

Nicht falsch verstehen: Diese Betrachtungen meine ich weder herablassend, noch fatalistisch, noch wie folgt im möglichen Umgang machiavellistisch. Die Kommentare sind mitunter nachvollziehbar. Außerdem gibt es genauso wunderbare, wundervolle, erhellende, erleuchtende Kommentare!

Social Media bringt inzwischen im Schnitt nur nicht unbedingt die rationale Seite von Menschen hervor, und in der relativen Wahrnehmung von dir und deinen Fans werden die negativen Kommentare deutlich mehr und präsenter wahrgenommen. Und das sollte realistisch erwartet und mitigiert werden — schon aus Selbstschutz heraus.

Insgesamt habe ich dabei grob sieben Arten von Kommentaren erfasst:

  1. Zustimmend. Das ist jeder positive Kommentar. Von einem einfachen „Daumen hoch“ bis hin zu Liebesbriefen.
  2. Nachfragend. Oder auch konstruktive Kritik. Wer tatsächlich nachfragt, sollte immer ganz hoch im Kurs stehen. Die besten Kommentarverläufe sind so entstanden, und nicht selten habe ich deshalb meine Meinung geändert.
  3. Neutral. Nicht gut, nicht schlecht, und oft einfach Kommentare, in denen andere Menschen getaggt werden. Mark Granovetter würde sie wohl für die wichtigsten halten.
  4. Besserwissend. Oft geht es dabei nur ums recht haben wollen. (Wenn Anekdoten doch nur Beweise wären!)
  5. Nicht wirklich gelesen. Daraus kann irgendeine der anderen Arten von Kommentaren entstehen, hat bei textlastigen Posts allerdings eine ganz eigene Qualität, weil nicht klar ist, worüber überhaupt geredet wird.
  6. Anfeindend. Es ist egal, was und wie du schreibst, und wenn du in einem bestimmten Licht gesehen werden willst, spielen die Gründe auch keine Rolle mehr — und dabei kannst du sogar derselben Meinung sein.
  7. Spam. Lovely spam!

Und was bedeutet das ganz konkret? Was war meine Ableitung daraus zu meinem Kommunikationsleitfaden? Ein kleines Text-Dokument, dass ich die erste Zeit lang immer offen hatte, wenn ich mir vorgenommen hatte, auf einen Kommentar zu antworten:

Der Kommunikationsleitfaden

  • Antworte nicht sofort. Egal um was es geht. Je mehr dich der Kommentar berührt — positiv oder negativ — desto größer sollte der Abstand bis zum Beantworten sein. Das rückt vieles in Perspektive.
  • Du kannst die Meinung der meisten Menschen nicht wirklich ändern. Du kannst nachfragen, wie jemand etwas meint, wenn es dich genug berührt, nur versuche nicht, recht haben zu wollen.
  • Sei im „wie“ deiner Kommunikation aufgeschlossen — aber bestimmt. Es ist deine Seite, dein Produkt, deine Idee, es ist dein Gebiet. („Du musst wie ein:e König:in handeln, um wie eine:r behandelt zu werden.“) Wir sind alle Status-Affen.
  • Verstärke positive Kommentare und bedanke dich mit einer individuellen Note, die zeigt, dass sie keine Floskel ist.
  • Antworte nicht auf jeden Kommentar. Von Regeln und ihren Ausnahmen.
  • Wenn du nicht weiter kommst, und überhaupt, antworte im Zweifelsfall mit „Da hast du wahrscheinlich recht.“
  • Zum Schein ergeben hat schon sehr viele unnötige Diskussionen im Sande verlaufen lassen. Konkret bedeutet dass, dass du eine Aussage „unterstützt“ und so freundlich die Tür zeigst.
  • Bei offensichtlich provokanten Posts kannst du allerdings auch explizit nach Details fragen, was sehr viele unnötige Diskussionen abrupt enden lässt.
  • Halte deine Absichten geheim. Wenn du dich erklärst, aus welchen Gründen auch immer, ob positiv oder negativ, wirst du dein gewünschtes Ziel nicht mehr erreichen können.
  • Antworte lakonisch und sage so wenig wie nötig.
  • Schütze deinen Ruf, aber rechtfertige dich nicht.
  • Du kannst mit gezielter Ehrlichkeit und Großzügigkeit entwaffnen. Mach dir deine Finger nicht schmutzig, das ist es nicht wert, fällt auf dich zurück und ist an sich schon keine gute Idee.
  • Und schließlich: Der Sieg ist der beste Zeitpunkt zum Aufhören. Egal ob deiner, oder der geglaubte von den Kommentarspaltenkacker:innen.

  1. An der Stelle nochmal vielen Dank an Thomas, der mir Fuzzylogik und damit mehrwertige Logiken nachhaltig nahe gelegt hat. 

Es waren einmal die ÜBERSCHRIFTEN

Am Anfang war das Wort. Dann verging etwas Zeit, und aus zehn Geboten wurden wieder einige Zeit später 1077 ÜBERSCHRIFTEN, und… Nee, da bin ich in einer anderen Geschichte gelandet.

Die ÜBERSCHRIFTEN sind natürlich trotzdem nicht einfach so entstanden. Wenn du das Archiv dieser Webseite besuchst und dir nur die Titel schon anschaust, wirst du bestimmt die eine oder andere ÜBERSCHRIFT erkannt haben. Und für eine Webseite rund um Persönlichkeitsberatung hatte ich immer wieder bewusst aus Recherchen und Gesprächen heraus Artikel zur Veröffentlichung bei Facebook und Instagram geschrieben. Ein paar, die davon übrig geblieben sind, findest du sortiert im Jahre 2018.

Wie der Lauf der Dinge so ist, hatte ich das Coaching-Ding 2019 aus Gründen nicht weiter verfolgt. Das Wissen aus Studienzeiten, aus beruflicher Erfahrung, aus ständiger Weiterbildung, aus fantastischen und besonderen Gesprächen und aus Beobachtungen und Reflexionen des Alltags wurde immer mehr, und es kristallisierten sich diverse Glaubenssätze, Erkenntnisse und manchmal auch einfach nur Sprüche heraus, die wiederkehrend Einzug in meine Notizbücher fanden.

Daraus entwickelte sich die Idee, diese gezielt in Form der ÜBERSCHRIFTEN aufzuschreiben und sie für sich alleinstehend zu veröffentlichen. Der erste große Wurf umfasste 125 ÜBERSCHRIFTEN — und ich war mir sicher, mehr könnten es nicht werden. Dann waren es schnell knapp 300, und 500 erschienen mir als oberste Grenze. Aber mit der Zeit, mit vielen weiteren intensiven Gesprächen, mehr Recherche dafür und danach und entsprechenden kritischen Vergleichen sollten es im Laufe der letzten drei Jahre über 1000 werden.

Schon bald führte ich dann auch außerhalb meines Freundes-, Bekannten- und Klientenkreises Gespräche über die ÜBERSCHRIFTEN, wie mit Künstler:innen, mit Kulturdezernent:innen, mit Dozent:innen, mit Profis aus der Event-Branche, und so wurde mir klar, dass aus dieser Idee eine Sache werden könnte.

Und so ergab es sich schließlich, dass für das Frühjahr 2020 die erste große öffentliche Installation in Wuppertal geplant war, und ungefähr zeitgleich sollten in Kooperation mit einem hippen Restaurant in Düsseldorf diverse gerahmte ÜBERSCHRIFTEN ausgestellt werden.

Dann hatte die COVID-19-Pandemie das allerdings zunichtegemacht.

Ende der Geschichte. Kein Happy End.


Okay, auch wenn das so stimmt, kam das Ende nicht sofort: Es hatte da „nur“ angefangen; inzwischen habe ich das Projekt ÜBERSCHRIFTEN beendet. (Und selbst nach dieser Entscheidung ist es trotzdem noch für ein paar Wochen weiter aktiv gewesen.)

Ein paar Beobachtungen und die eine oder andere Bewertung aus der Zeit vom Ende.

Dieser Rückschlag hatte dazu geführt, dass ich das erste Mal detailliert aufgestellt hatte, was ich in dieses Projekt bereits an Geld, und nicht nur an Zeit, gesteckt hatte. Noch galt: Für wirklich dümmere Hobbys hatte ich schon deutlich mehr ausgegeben. Es fiel mir allerdings auf.

Was mir genauso auffiel, war, dass die „Kunstschiene“ sehr wahrscheinlich nicht die richtige sein würde. Sowohl mit und von mir als Mensch (auch wenn ich Kunst liebe), von der Art Mensch, die ich erreichen sollte, als auch von den Abhängigkeiten, die sich daraus ergeben würden:

Ich hatte mich bereits in den ersten Monaten seit Beginn der Pandemie bewusst dagegen entschieden und entsprechend einige Angebote ausgeschlagen, irgendeine Form von Installation zu machen, die Menschen dazu anstiften sollte, sich an einem Ort zu versammeln.

In den folgenden Wochen und Monaten herrschte entsprechend eine Stille, spürbar bis auf die Straßen, und ich zog in Betracht, das Projekt ÜBERSCHRIFTEN zu beenden, bevor ich mich in etwas verrennen würde, von dem ich nicht sah, wie es sich unter den Umständen weiter entwickeln könnte.

Um allerdings nicht zu früh aufzugeben und nach Anraten einer engen Freundin hin entschied ich mich stattdessen dafür, die ÜBERSCHRIFTEN noch weiter zu professionalisieren. Ich gab ihnen ein etwas modifiziertes Aussehen (mit dem Schriftzug „ÜBERSCHRIFTEN“ und ihrer jeweiligen Nummer), überarbeitete die Webseite, interpretierte die ersten 30 ÜBERSCHRIFTEN vollständig, und gewann mit Dr. Thomas D. Lepich einen alten Freund, der die ÜBERSCHRIFTEN App entwickeln würde.

Und ich fing an, den Instagram-Account zu bewerben. Abgesehen davon, dass das höllisch schnell Geld verbrannte, hatte es noch andere Konsequenzen: Ich sah mich auf einmal mit einer Art von Mensch konfrontiert, die ich bisher nur vom Hörensagen aus diversen Geschichten befreundeter Social-Media-Manager:innen kannte: „In Kommentarspalten wie in Raststättenparkplatztoiletten kacken“ ist ein treffender Vergleich. Aber auch Menschen, von denen ich dachte, dass sie es besser wissen müssten, überraschten mich nicht unbedingt positiv.

Das schaute ich mir für einige Monate an, hatte selbst — ebenfalls trotz besseren Wissens — diverse Fehler in der Kommunikation gemacht, dafür allerdings auch sehr viel gelernt. Über mich, noch mehr über andere Menschen, über mich, über mich, und über mich. (Also haben die ÜBERSCHRIFTEN ihren Zweck erfüllt und Veränderung hervorgerufen — wenigstens in mir.) Einige Fans gingen, viele neue kamen hinzu. Menschen, denen ich selbst viel Hochachtung schenke, und von denen ich nicht dachte, dass sie mein Projekt selbst so schätzen würden.

Deshalb wollte ich wieder nicht voreilig die Reißleine ziehen. Mit einem hier noch zu veröffentlichenden Kommunikationsleitfaden und der Idee, die ÜBERSCHRIFTEN noch einmal ein Stück weiter zu professionalisieren, und damit ich mich auch visuell besser mit ihnen identifizieren könnte, hatte ich als eine Art soft relaunch das Design noch mal komplett neu angefasst und mir dafür überlegt, wie ich sie gestalten würde, wenn ich denn bei null anfangen würde. Und nach den Erfahrungen davor hatte ich mit den interessantesten Reaktionen darauf gerechnet.

Bis auf eine Handvoll zustimmender und unterstützender sowie eines einzelnen ablehnenden Kommentars passierte allerdings — nichts. Im Nachhinein führte das auch zu einer weiteren grundlegenden Erkenntnis über mich, und nicht über die großartigen Menschen, denen die ÜBERSCHRIFTEN so viel bedeuten. Und es war der Augenblick, an dem ich meinem inneren Zirkel bereits kommunizierte, dass ich es entweder schaffen würde, die ÜBERSCHRIFTEN zu einem Produkt zu machen, oder sie endgültig aufgeben würde.

In den folgenden Monaten sollte ich ein paar fantastische nicht-öffentliche Installationen veranstalten, während ich daran arbeitete, gerne den Wunsch nach kaufbaren Produkten künftig erfüllen zu können. Dabei hatte ich mir auch wieder bewusst einige Beschränkungen auferlegt:

Entsprechend einem meiner Vorbilder, den Good Fucking Design Advice, wollte ich aus diversen Gründen alle ÜBERSCHRIFTEN anbieten können, und es sollte wenigstens gerahmte Drucke, Tassen und Stofftaschen geben. Darüber hinaus müsste der Druck on demand sein, vom Hersteller direkt versendet werden und dabei insgesamt ein gewisses Mindestmaß an ökologischem Profil erfüllen. Nach einer Menge Vorarbeit, herausfordernd geringen Gewinnspannen für eine Wirtschaftlichkeit, und selbst nach dem Einstellen auf die sehr kranken Mechanismen von Instagram brach dazu noch die Engagement-Rate seit Anfang des Jahres 2022 beständig weiter ein.

Und als schließlich ein größenwahnsinniger Diktator, der sein Leben lang keinen Einlauf verpasst bekommen hat und sich deshalb entschied, die Welt zu ficken, einen Krieg begann, hat das dem Ganzen — ich kann nur mutmaßen — den Rest gegeben, dass die meisten Menschen lieber etwas Schönes in der Welt sehen möchten, als dazu noch einen Spiegel vorgehalten zu bekommen.

Das meine ich nicht verbittert, nur wehmütig: Es ist nicht die Zeit für die ÜBERSCHRIFTEN. Vielleicht war sie mal, hoffentlich kommt sie bald. Ich bin schließlich unglaublich dankbar für die immer wiederkehrenden besonderen Augenblicke mit Menschen und ihren Geschichten, die mir die ÜBERSCHRIFTEN ermöglicht haben. Nur dieses Mal, so wie ich es in erster Linie mir versprochen hatte, werde ich sie nicht noch mal wiederbeleben. Und deshalb habe ich mich dazu entschieden, das Projekt nach drei Jahren zu beenden.

Danke, dass du mich bis hierhin mit den ÜBERSCHRIFTEN begleitet hast. Ich freue mich sehr, wenn du es weiterhin tust, und dich überraschen lässt, was als Nächstes von mir kommt! Du findest darüber hinaus auch alle ÜBERSCHRIFTEN online, um sie zu deinen zu machen.

Und wenn dich die Details genauer interessieren, oder du Fragen und Anregungen hast — schau gerne zu meinen Unbürozeiten vorbei.


ÜBERSCHRIFTEN. Ein Projekt von Ben Wittorf, 2019–2022. Die ÜBERSCHRIFTEN wären nicht das geworden, was und wo sie sind, ohne die Menschen, die mich dabei begleitet, gefordert und gefördert haben. Eine alphabetische Aufzählung:

Anna A., Celina F., Daniel S., Hüseyin B., Manfred W., Marius W., Nina S., Nina W., Renate W., Roman S., Sebastian B., Stefan M., Sven G., Svenja P., Thomas K., Thomas L., Tim B., Tobias L.

Besonders erwähnen möchte ich auch die fantastischen Kooperationspartner: Dr. Thomas D. Lepich, OLIVER CONRAD: Oliver Conrad und Stefan Wachtendonk, Herr Kaschke, Landschaftspark Duisburg-Nord, Kathi von Coffee & Pixels, cove — die Maßschneider, Benediktinerabtei Maria Laach, SCHVARZ KAFFEE, Historische Wassermühle Birgel.


Alle Menschen sind faul – auch du (Teil 3: Erwartungen)

Zu Teil 1 → | Zu Teil 2 →

Wir sind alle faul und wollen Stress vermeiden, und vielleicht bestimmen kognitive Verzerrungen deshalb unser Leben — allerdings hat das doch bisher einwandfrei funktioniert.

Denn offensichtlich sind doch die anderen die Vollpfosten: Wer schneller fährt als wir, ist nunmal vollkommen jeck, und wer langsamer fährt, versteht den Ernst der Lage nicht. Sehen die denn auch nicht, was für eine offensichtliche Auswirkung ihr asoziales Verhalten auf unsere Gesellschaft hat? Davon erholen wir uns besser bei Bauer sucht Dschungel und Bachelor Island, das haben wir uns verdient. Und ohnehin, diese Aufmerksamkeitsspanne einer Tube Zahnpasta. Bei denen, nicht bei uns, denn uns ist es doch wichtig.

Wenn sie doch nur nachdenken würden, bevor sie handeln.


Erwartungen sind so eine Sache — wie wir meinen, wie Menschen und die Welt zu sein und (uns) zu passieren haben. Unsere Vorhersagen sind allerdings auf die verschiedensten Weisen falsch und können uns in die Irre führen, und unsere versteckte Voreingenommenheit können unsere Wahrnehmung und unser Verhalten sogar so beeinflussen, dass sich die Welt unserer falschen Sichtweise anzupassen scheint. Dadurch wird unser Irrtum letztlich doch zu unserer Realität, was uns in unserem Glauben an diese Voreingenommenheit nur bestärkt.

Das kann mitunter ernsthafte und sehr problematische Konsequenzen haben. Menschen mit schweren Depressionen haben oft eine recht genaue Erwartung an ihr eigenes Verhalten und ihre Reaktionen darauf entwickelt, und verhindern so aktiv eine freudige oder spielerische Erkundung der Welt — es entsteht eine selbsterfüllende Prophezeiung von Ohnmacht und Rückzug.


Als Charles Munger gefragt wurde, wie er es schaffen würde, so glücklich und zufrieden zu sein, antwortete er, dass die erste Regel für ein glückliches Leben niedrige Erwartungen seien: Unrealistische Erwartungen führen zum Unglücklichsein, und mit vernünftigen Erwartungen können wir die guten und schlechten Dingen des Lebens stoisch annehmen, so wie sie kämen.

Und wie unrealistische Erwartungen für Abfuck sorgen. Nicht nur Menschen selbst, sondern die ganze Welt ist ein unbeständiger, komplexer und unvorhersehbarer Ort. Die einzige Möglichkeit, Enttäuschungen zu vermeiden, ist, sie zu erwarten — und Erwartungen, die gleich oder schneller steigen als die Ergebnisse, führen zu ständiger Enttäuschung, egal wie viel wir oder andere Menschen erreicht haben. Ansonsten quälen wir andere Menschen, die Welt, und ganz besonders uns selbst damit, dass die vermeintlichen Ergebnisse zu unseren Erwartungen passen. Was uns erstaunlich leicht fällt, da wir uns unmittelbare Vorteile von hohen Erwartungen versprechen: Sie sind schließlich erstmal mit niedrigem Energiebedarf bei Möglichkeit auf hohen Ertrag verknüpft — nur kehrt sich das auf Dauer um und wir können kaum noch davon lassen.

Dahingegen kann ein nur schon kurzzeitiger, mittelmäßiger Energiebedarf dafür sorgen, sich bewusst niedrige Erwartungen anzueignen, und damit dauerhaft zur Vermeidung von Stress beitragen.

Allerdings ist das nicht intuitiv, denn niedrige Erwartungen lassen uns eher an die klischeehaften Pessimist:innen denken, die nichts gebacken bekommen. Es ist wieder eine Erkenntnis der Ironie des Lebens: Bewusst niedrige Erwartungen sind die einzige Möglichkeit, in einer Welt zu überleben, die nicht so freundlich ist, jeden ehrgeizigen Menschen mit Erfolg zu belohnen — niedrige Erwartungen und das Akzeptieren häufiger Verluste erhöhen schlicht die Chancen, lange genug dabei zu bleiben, um am Ende Erfolg zu haben, und dabei ist es auch egal, wie wir den definieren.

Wir können nicht erwarten, dass Menschen nachdenken oder eine Agenda haben, die darüber hinausgeht, dass sie nur versuchen, die Dinge für sich auf kurze Sicht einfacher zu machen. Wir sollten nicht erwarten, dass Menschen aufmerksam sind; wir können ihre Gründe nicht mal erahnen, warum sie es nicht sind. Wir dürfen nicht erwarten, dass Menschen das tun, was wir tun würden. Die Sache ist nämlich die: Wir würden das alles an ihrer Stelle auch nicht sein und tun.

Es hilft uns deutlich mehr, uns damit abzufinden, dass Menschen und überhaupt die Welt ungefähr so bleiben, wie sie jetzt sind. Oder schlechter. Jede kleine Verbesserung, die sich einstellt, wird uns dazu bringen, sie mehr schätzen zu wissen. Niedrige Erwartungen machen nicht „depressiv“, sie bewirken das Gegenteil: Kleine Fortschritte fühlen sich großartig an, während sich schlechte Nachrichten normal anfühlen. Auch wenn das nicht leicht ist, denn wir orientieren uns bei der Festlegung von Erwartungen nunmal vorschnell an unseren Dissonanzen (und an dem, von dem wir glauben, was alle anderen haben).

Wenn das nicht eine geniale Art ist, unsere Faulheit und unseren Instinkt, Stress zu vermeiden, zu unserem Vorteil zu nutzen.

„And you’ve been down this road before
Which is not to say you’re bored
Or that you shouldn’t want for more
It’s just your expectations should be lower“

„Low Expectations“
Edwyn Collins


Alle Menschen sind faul – auch du (Teil 2: Motivation)

Zu Teil 1 →

Ich nehme an, dass ich keinen freien Willen habe. Ich nehme stattdessen an, dass ich ein fauler Sack bin, der alle anderen um mich herum imitiert und kopiert und den Weg des geringsten Widerstandes geht.


Nicht wenige Menschen neigen dazu zu glauben, dass die „Reichen und Mächtigen“ dort hingelangt sind, wo sie sind, weil sie intelligent wären und fleißig, die richtigen Entscheidungen treffen würden, und all diese Dinge. (Natürlich werden sie das auch gerne bestätigen.)

Dieselben Menschen neigen deshalb auch dazu zu glauben, dass sie irgendwie in eine finanzielle oder politische Nähe von diesen „Reichen und Mächtigen“ gelangen könnten, wenn sie ebenfalls fleißig genug wären und es genug wollen würden — wenn sie motiviert genug wären. (Was sie ihnen ebenfalls nicht nur zu gerne bestätigen, sondern einen latenten Hang dazu haben, es ihnen vorzuwerfen, dass sie nicht motiviert genug sind.)

Sehr viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Position dieser „Reichen und Mächtigen“, ihr Status und ihr finanzieller Reichtum, ein komplexes Geflecht aus Schicksal (Familie, nicht Fortuna), ihrem weiteren Umfeld bis hin zu Kultur und schlichtweg Glück ist. Ein wenig wie eine Lotterie, bei der wir allerdings kein Los kaufen können. Deshalb sollten wir auch im Umgang mit Menschen, die mehr Autorität oder Geld als wir haben, ganz besonders im Hinterkopf halten, dass sie sehr wahrscheinlich genauso faul sind wie wir. Sie spielen auch kein 5D-Schach mit Multiversums-Zeitreisen, eher Tic-Tac-Toe, so wie die meisten Menschen im Alltag.

Auch die meisten politischen und sozialen Bewegungen gehen auf die Entscheidungen von Menschen zurück, die mit unvollständigen Informationen und einer Reihe von ihnen unbekannten Voreingenommenheit und Vorurteilen aus ihrem System 1 heraus arbeiten. Nicht aufgrund düsterer Motiven eines Geheimbundes mächtiger Menschen, die die Weltherrschaft planen (fast schon leider, denn die könnten wir wenigstens dingfest machen), sondern als Summe vieler solcher Entscheidungen.

So wie die meisten unserer Familienmitglieder oder unsere Kolleg:innen fast immer unreflektiert und im Energiesparmodus durch ihre Leben stolpern. Genauso wie du und ich.

Vielleicht sollten wir damit aufhören, uns Gedanken über ihre Motivation zu machen. Oder die Abwesenheit davon? Eigentlich weiß niemand wirklich, was sie tun, und wahrscheinlich versuchen sie nur, die Dinge für sich auf kurze Sicht einfacher zu machen.

Und was ist mit deiner Motivation?


Interessanterweise haben die meisten Menschen, obwohl sie instinktiv zum faul sein neigen, die unsinnigsten Ausreden, um sich zu beschäftigen. Darüber hinaus fühlen sie sich glücklicher, wenn sie beschäftigt sind, selbst wenn ihnen diese Beschäftigung aufgezwungen wird. Wahrscheinlich sind die meisten Ziele, die wir verfolgen, kaum mehr als eine Rechtfertigung dafür, beschäftigt zu sein.

Das erinnert an die manische Abwehr: die Tendenz, bei unangenehmen Gedanken oder Gefühlen das Bewusstsein entweder mit einer Flut von Aktivitäten oder mit gegenteiligen Gedanken oder Gefühlen abzulenken. Was, so widersprüchlich das erscheinen mag, deutlich energiesparender ist, als im System 2 aktiv zu werden und den Aufwand zu betreiben, sich selbst in einem Augenblick der Ruhe mit derselben Sorgfalt zu betrachten wie das Menü in einem Restaurant beim ersten Date: Es vermeidet Stress.

Aber über was für Motivation reden wir hier eigentlich, was hat das mit Stress zu tun — und unserer Faulheit? Es ist wichtig zu verstehen, dass zwischen biologischen und psychosozialen Motiven unterschieden wird:

  • Biologische Motive werden hauptsächlich von den physiologischen Mechanismen des Körpers gesteuert. Bedürfnisse erzeugen einen Trieb, der das Verhalten stimuliert und zu bestimmten Handlungen führt, um bestimmte Ziele zu erreichen, um diesen zu Trieb verringern. Einige der grundlegenden biologischen Bedürfnisse, die durch diesen Ansatz erklärt werden, sind Nahrung und Sex, die für den Fortbestand unerlässlich sind.
  • Psychosoziale Motive sind komplexe Formen von Motiven, die sich hauptsächlich aus der Interaktion von Individuen mit ihrem sozialen Umfeld wie Familie, Nachbarschaft, Freund:innen und Verwandte ergeben, und werden meist erlernt oder erworben.

Realistisch können uns die psychosozialen Motive allerdings nur als eine Art Leitstern dienen, wie die langfristig und in Summe vielleicht nicht so clevere Idee, einer von diesen mächtigen und reichen Menschen werden zu wollen. Und wir neigen dazu, eben so eine Art von Motiv bei anderen Menschen zu suchen und ihnen zu unterstellen.

Entsprechend einer Bedürfnishierarchie können wir sie qualitativ allerdings nur verfolgen, wenn wir unseren biologischen Motiven häufig und dauerhaft genug nachgehen, die nun mal die Grundlage für unser aller Verhalten sind, und die es dadurch auch deutlich besser erklären. Allem voran, dass bei Dissonanzen, spätestens aber unter Stress, um eben Energie zu sparen, nicht mehr viel mit Ratio ist — die dann nur allzu oft den Emotionen geopfert wird.

Wir würden wahrscheinlich damit besser fahren zu akzeptieren, dass der Sinn des Lebens, zumindest biologisch gesehen, eben nicht Fortpflanzung ist. Der Sinn des Lebens ist das Vermeiden von Stress.

Und wie viel sich der menschlichen Komplexität daraus ableiten lässt, und auch, wo sie „ausgenutzt“ wird. Wie, dass sich fast alle „erfolgreichen“ Geschäftsmodelle deshalb auch nicht wirklich um Vereinfachung oder Bequemlichkeit drehen, sondern, in Einklang mit unserem „biologischen Imperativ“, um das Vermeiden von Stress: Ich lasse mir meinen Einkauf liefern, nicht, weil ich faul wäre (okay, ein wenig, okay, sehr), sondern weil ich eben keinen Bock auf den Stress habe. Einfaches bezahlen online ist nicht bequem, es ist stressfrei. Die kostenlose, problemlose Retoure beim großen Onlinehändler, der eigentlich ein Logistikdienstleister ist, und immer zu meiner Zufriedenheit läuft? Wer und was nicht noch alles, und da sind wir noch lange nicht bei zwischenmenschlichem oder individuellem Verhalten.

Es verbraucht auch eine ganze Zeit lang weniger Energie zu doomscrollen, als sich dem Stress auszusetzen, politisch aktiv zu werden und sich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen. Oder gegen hohe Energiekosten zu wettern und sich für Atomkraft auszusprechen, als nicht faul zu sein und (damit) in jeder Hinsicht in ein Morgen investieren zu können.

Wir alle streben ein stressfreies Leben an. Und wir sagen zwar, „damit wir dies und das tun können“, aber meist tun wir dann nichts, was irgendwie in die Nähe von System 2 kommen könnte. Denn eigentlich wollen wir stressfrei sein, um faul sein zu können.


Deshalb warten Menschen vergeblich auf Motivation, um endlich mit den Dingen anzufangen, von denen sie hoffen, dass sie uns nach vorne bringen: Die urzeitliche „Motivation“ tackert uns eher auf die Couch, als auf den Bürosessel. Und warum die Energie von Motivationsgurus auf dem Gruppenseminar nach zwei Tagen verflogen ist? Vielleicht sind wir motiviert, nur bleibt die Frage, „wofür?“

Was uns tatsächlich nach vorne bringt, braucht strategische Planung (oh, Hallo, System 2) und die Erkenntnis der Ironie des Lebens, dass das, was wir für diese benötigte Motivation halten, die ist, die kommt, nachdem wir angefangen haben. Und Erfolg, wie auch immer du den dann definieren magst, aus Disziplin und dem Zinseszinseffekt stammt, immer wieder ein klein wenig gemacht zu haben.

Oder aus einem anderen Blickwinkel:

„Das Gegenteil von Disziplin ist eigentlich Faulheit, und die ist oft mit Angst verbunden. Angst vor Verantwortung und Angst vor der Wahrheit. Verantwortung und Wahrheit sind notwendig, wenn wir auf den richtigen Weg kommen wollen.“

Seth Godin
seths.blog

Und Verantwortung und Wahrheit sind nicht nur anstrengend, sie sind Stress. Allerdings passieren uns all die schönen Dinge und Veränderung genau dort: in der Stress-Zone.

Menschen sind nunmal faul, und wir bekommen sie nicht ohne wirklich, wirklich massiven Aufwand geändert — und sie tun schon, was sie können. Du wirst dir die Haare ausreißen, wenn du ernsthaft versuchen solltest, diesen Weg zu beschreiten, das ist dir selbst gegenüber schon anstrengend genug. Und das ist der energiesparendste Grund, warum Veränderung nur bei dir anfangen kann.

Ansonsten bist du wirklich faul und willst nur Stress vermeiden.


Alle Menschen sind faul – auch du (Teil 1: Energie)

In einer der ersten Vorlesungen in Psychologie erzählte der Professor, „alle Menschen sind faul.“

Im Hörsaal ging ein Raunen umher, bis schließlich ein Student seinen Arm hob. Der Professor schaute über seinen Brillenrand und sagte, „Ja, bitte?“

Daraufhin verschränkte der Student seine Arme, fing an zu grinsen und fragte schließlich: „Sind Sie etwa auch faul?“

Die plötzlich einkehrende Ruhe wurde nur von einem gelegentlichen Kichern unterbrochen, und alle schauten den Professor an.

Der verharrte in stoischer Ruhe und entgegnete dann: „Selbstverständlich. Wenn ich kein Geld dafür bekommen würde, mir so überflüssige Fragen wie von Ihnen anzuhören, wäre ich heute Morgen nicht mal aufgestanden.“


Seit immer haben Menschen unzählige Theorien über das Wesen der Gesellschaft und die Beweggründe menschlichen Verhaltens entwickelt. Die meisten davon beruhen zumindest teilweise auf der Vorstellung von rationalen menschlichen Akteur:innen, die daran arbeiten, Ergebnisse für sich selbst, für ihre Gemeinschaft oder für die Gesellschaft zu erzielen.

Genauso wird in vielen Ratgebern geschrieben, wie wir erfolgreich Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen können, und dabei wird auch gerne angenommen, dass Menschen irgendwie rational seien. An sich relativ intelligent, meistens normal, und all das.

Hahaha.


In seinem Buch Schnelles Denken, langsames Denken stellt Daniel Kahneman die These auf, dass wir zwei Systeme der Informationsverarbeitung haben, um Entscheidungen zu treffen:

  1. „System 1“ ist automatisch, das schnelle Denken. Das ist unsere erste Reaktion, bei der unser Verstand ohne Anstrengung sofortige Assoziationen herstellt. Es ist intuitiv und beruht auf Eindrücken; das Ergebnis von Verbindungen, die wir durch unzählige frühere Erfahrungen aufgebaut haben.
  2. „System 2“ ist das langsame Denken. Der Teil unseres Gehirns, den wir nutzen, wenn wir ganz bewusst Aufgaben lösen (wollen) und wir sorgfältig logische Schritte abarbeiten, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Diese Art des Denkens ist viel Arbeit. Und das ist anstrengend.

Kahneman zufolge beinhaltet unser tägliches Denken, egal wie „intelligent“ wir sind, eine Interaktion zwischen diesen beiden Systemen, wobei System 2 die unreflektierten Annahmen von System 1 etwas überwacht, während wir uns in der Welt bewegen, und nur selten seinen Beitrag dazu leistet. Wie zum Beispiel, wenn wir gedanken- und mühelos mit dem Fahrrad fahren. Und die meiste Zeit funktioniert das ganz gut.

Wir gehen von unseren Annahmen, Eindrücken und Vorurteilen aus und stützen unsere Entscheidungen und Meinungen darauf, ohne dass wir uns auf sie verlassen. Selbst etwas, das unsere Grundannahmen infrage stellt, lässt sich in der Regel mit einer kleinen Anstrengung durch System 2 „wegdiskutieren“.

Und der Aufwand, der nötig wäre, um ständig im System 2 zu denken, wäre untragbar und dazu die meiste Zeit ohnehin nutzlos. Unsere Annahmen und Entscheidungen mit der gleichen Sorgfalt zu prüfen, die wir einer Steuererklärung zuteil kommen lassen, erfordert großen Aufwand — ain’t nobody got time for that. Für die meisten Entscheidungen und auf die meisten Fragen gibt es ohnehin keine einzige „richtige“ Antwort.

Außerdem hat Faulheit, auch wenn sie von vielen als Charakterschwäche angesehen wird (können und wollen ist ein anderes Thema), unzählige evolutionäre Vorteile, wie ein Blick ins Tierreich zeigt. Meistens machen die alle nicht viel. Ressourcen, und damit Energie, sind nun mal in der Regel begrenzt.

Viele Vertreter:innen der Evolutionspsychologie sagen daher, dass der Mensch deshalb Energie spart, und er gerade genug tut, um seine unmittelbaren Bedürfnisse zu befriedigen, und dass das eine bessere Überlebensstrategie sei, als die Anstrengung, die eine längerfristige Planung für ein abstraktes Ziel erfordert. Jagen und Sammeln gegenüber dem Bauen von Städten oder dem Retten der Welt und so.

Gerade im 21ten Jahrhundert ist unmittelbare Bedürfnisbefriedigung keine wirklich gute Strategie, eher im Gegenteil. Die Menschen, die darauf „hereinfallen“, sind allerdings nicht „dumm“. Sie sind halt gehirnbautechnisch bedingt „faul“: Es ist unglaublich schwer für uns, von unseren urzeitlichen Impulsen, wie eben Energie sparen zu wollen, loszukommen. Deshalb können wir davon ausgehen, dass die meisten Menschen, die wir treffen, sehr kurzfristig handeln und denken, nur ist das kein Vorwurf:

Es ist sehr leicht, wenn wir im Supermarkt in der Schlange stehen und unser soziales Umfeld betrachten müssen, zu glauben, dass alle anderen Menschen um uns herum „dumm“ und „faul“ seien. Dass denken sie allerdings auch von uns. Und es stimmt, in Summe: Wir sind es tatsächlich einfach alle, so an sich. Auch ich.

Und auch du.


Wie du in Social Media (aktuell) nicht am Rad drehst

Social Media, besonders Facebook und Twitter, sind inzwischen komplette Echokammern. Wobei es dem dabei eher gerecht wird, an den Geräuschpegel von Fankurven in Fußballstadien zu denken, als an den Besuch in einer Tropfsteinhöhle.

Und entsprechend hat das Verhältnis von Geräusch zu Signal zugenommen — von dem, was du als Krach wahrnimmst gegenüber dem, was dir Information verschafft. Wie, dass du die wichtige Durchsage wegen der lauten Fangesänge kaum hören kannst. Es geht einfach unter.

Ein wenig Theorie

Die gute Nachricht ist, dass du daran etwas ändern kannst. Du brauchst dazu nur ein wenig Theorie aus der Welt der Nachrichtendienste, damit du einige der Fallstricke vermeiden kannst, die beim Posten und Verstärken von Bullshit auftreten. Das wird dir helfen, nicht am Rad zu drehen. Und auch dabei, dass du dich nicht mit deinen Freund:innen so richtig in die Haare bekommst.

Grundsätzlich notwendig zu wissen ist, dass nachrichtendienstliche Tätigkeit in drei Ebenen unterteilt ist:

  1. Akquise, dem Sammeln von Informationen
  2. Analyse, der Auswertung der Informationen
  3. Akzeptanz, die Bereitschaft, diese Informationen für die Festlegung von Maßnahmen zu nutzen

Das formt einen nachrichtendienstlichen Kreislauf („Intelligence Cycle“). Es gibt dabei allerdings ein paar Herausforderungen und Dinge zu beachten: Intelligence kann richtig sein oder eben nicht — Signal oder Geräusch. Es ist oft schwierig, den Unterschied zu erkennen, also müssen Analyst:innen sie mit möglichst vielen Daten untermauern, um herauszufinden, was wirklich vor sich geht.

Und natürlich wird das ganze noch verkompliziert, weil die Gegenseite sehr daran interessiert ist zu täuschen, um die Fähigkeit, Signale und Geräusche interpretieren zu können, zu beeinträchtigen oder gar zu unterbinden.

Aber wie unterscheiden Analyst:innen zwischen Signalen und Geräuschen? Durch Zeit: Indem sie einen Datenpunkt im Laufe der Zeit nachverfolgen, können sie sehen, ob die Analyse dessen, von dem sie denken, das passiert, auch wirklich passiert.

Sie können die Veränderung von Kapazitäten oder Bewegungen nachverfolgen. Und trotzdem haben sie keine Einsicht darin, was die Absicht der Gegenseite ist (es sei denn, sie wird kommuniziert).

Daraus entsteht eine Lücke zwischen Fähigkeit und Absicht, die interpretiert werden muss. Und der Versuch zu verstehen, was die Absicht selbst ist, führt zu den meisten Problemen der nachrichtendienstlichen Aktivität, wie zum Beispiel bei der Analyse rationales Verhalten der Gegenseite anzunehmen, oder zu versuchen, sich an der Stelle der Gegenseite zu sehen. Dabei werden die kulturellen Werte der Analyst:innen auf die Absichten der Gegenseite projiziert.

Allerdings sind verfahrenstechnische, analytische und methodische Herausforderungen nur ein kleiner Teil des Problems.

Zurück zu Social Media

Das Problem mit Social Media ist, dass diese Plattformen so konzipiert sind, dass sie deine Timeline mit Dingen bespielen, die du sehen willst. Sie sind so geschaffen, dass sie dich vereinnahmen und deine ganze Aufmerksamkeit bekommen. Sie sind dabei ein Spiegel deines Inputs in sie.

Das führt unweigerlich dazu, dass du dich mit anderen Menschen umgibst, die genauso so denken wie du.

Und das Ergebnis davon? Polarisierung und die fehlende Möglichkeit, der Spiegelung und dem kulturellen Bezugsrahmen zu entkommen, den du bereits in die Plattformen eingeführt hast.

Und jetzt, wo Twitter und Facebook und der ganze Rest in Russland abgeschaltet worden sind, ist es für uns noch schwieriger, nicht-westliche Ansichten über die Geschehnisse zu bekommen. Die Gefahr dabei ist, dass wir in einen Strudel geraten, in dem wir unsere eigenen Vorlieben uns gegenseitig ständig und ständig wieder präsentieren und wiederholen.

Um das zu vermeiden, musst du darüber nachdenken, wie Beweise akquiriert, analysiert und akzeptiert werden.

Der erste Ansatz ist, dass du dir vor Augen hältst, dass Twitter und Facebook nicht die einzigen sozialen Netzwerke sind. Russland hat seine eigenen: vk.com, odnoklassniki.ru sowie Telegram.

Und die westlichen Nachrichtendienste verfügen über weitere Quellen, darunter Satellitenbilder, Fernmelde- und Elektronische Aufklärung und zweifellos auch menschliche Quellen in der russischen Befehlskette. Sie haben den Vorteil, dass sie in der Lage sind, diese verschiedene Quellen miteinander zu vergleichen.

Wir allerdings nicht. Und gleichzeitig sehen wir in Social Media alle möglichen cleveren Desinformationskampagnen, die uns alle ein wenig durchdrehen lassen.

Also: Denk über deine Quellen nach. Denk über die Sammlung von „Beweisen“ nach. Lass etwas Zeit verstreichen, bevor du versuchst, etwas zu bewerten, und ganz besonders, bevor du es teilst. Vermeide Hitzköpfe und Angstmacher:innen. Vermeide Weltuntergangsszenarien. Hör auf mit Doomscrolling. Das ist schlecht für deine Gesundheit — und es ändert (leider) nichts.

Lesetipps und Quellen


Hinweis: Ich bin weder Analyst noch Operateur (auch wenn mir das schon nachgesagt worden ist) — mein theoretisches Wissen stammt aus der Zeit, in der ich in der OSINT-Szene in den USA aktiv gewesen bin. Und +1 für alle, die wichtige Stellen vom OODA-Loop erkannt haben. Nun denn.